Spieler des Monats September: Lars Weibel #41

Nach der hektischen und von personellen Änderungen auf Schlüsselpositionen geprägten vergangenen Spielzeit war es für die Haie neben der Verpflichtung eines Trainers die vielleicht wichtigste Aufgabe, dem neuen Team mit einer routinierten und mehr als soliden Nummer Eins den Rücken zu stärken. Einen guten Monat nach Saisonbeginn darf man die Auszeichnung Lars Weibels als Spieler des Monats durch die Fans als Ausspruch des bereits gewonnen Vertrauens in den Schweizer verstehen.

Dieses Vertrauen erarbeitete sich der erfahrene und ruhige Schweizer bemerkenswert schnell durch seine Leistungen seit Saisonbeginn. Dabei war der Start erst einmal holprig: in seinem ersten DEL-Spielabschnitt kassierte Weibel in Iserlohn drei Gegentore aus acht Schüssen, ohne, dass ihn dabei besondere Schuld traf. Es war wohl weniger das Fehlen von Erfahrung im Umgang mit dem – Gerüchten zur Folge – besonders „hohen Tempo“ in der DEL, sondern vermutlich vielmehr das Vertrautwerden mit den Anforderungen an den diesjährigen Schlussmann der Haie: das offensiv ausgerichtete System von Coach Igor Pavlov und die dadurch regelmäßig aufgedeckten läuferischen Defizite der Abwehrblöcke führen dazu, dass Weibel sich einer Unmenge von gegnerischen Großchancen gegenüber sieht, und es erklärt, dass seine Statistiken nicht unbedingt die ganze Wahrheit über die Qualität des Schweizers ans Licht bringen. Im September lag seine Fangquote bei 89,8 Prozent, sein Schnitt bei 3,03 Gegentoren pro Spiel, was ihn im ligaweiten Vergleich nur im Mittelfeld sieht. Dass die Haie nach der Seuchensaison allerdings mit fünf Siegen aus den ersten acht Spielen starteten, war jedoch keineswegs trotz, sondern vielmehr dank Weibel gelungen. Mit seinem ausgeprägten Butterfly-Stil, flinken Schonern und starken Reflexen – insbesondere auf der Fanghandseite – ist es nicht leicht, eine nennenswerte Schwäche im Spiel des gebürtigen Lacheners auszumachen, der sich selten außerhalb der Position wiederfindet.
Eine für Haie-Keeper traditionell eher untypische Eigenschaft, die in der DEL Woche um Woche bare Punkte wert ist, ist zudem seine Stärke im Penaltyschießen, welche den Haien im September zwei Mal den Weg zum Gewinn des Extrapunktes ebnete – und wer weiß, wie es um das zarte Pflänzchen Selbstbewusstsein gestanden hätte, hätte man aus den ersten vier Begegnungen nicht etwa jene drei, sondern durch zwei Niederlagen im Shootout nur einen Sieg geholt.

Der 44-fache Nationalspieler für die Eidgenossen kassierte kaum einmal einen leichten Gegentreffer und war im September für sich betrachtet das Bild von Konstanz, und diese ist das, was den wiederbelebten Haien noch am ehesten fehlt. Doch fällt der Blick in die Zukunft vermutlich gerade dann und deshalb so positiv aus, wenn man weiß, dass man entlang eines stabilen Gerüstes baut. Lars Weibel hat die in ihn gesetzten Hoffnungen bislang mehr als erfüllt und ist schon ein größerer Teil dieses Gerüstes, als man es von einem Neuling in der Liga, der zum ersten Mal in seiner Karriere außerhalb des Heimatlandes aktiv ist, unbedingt erwarten könnte. Seine Bedeutung für das Team und dessen gemeinsamen Erfolg wurde im vergangenen Monat deutlich und die Fans der Haie danken es Ihrer #41 mit der Wahl zum besten Spieler des Monats September.

Text: Henning Hartung, Foto: Kölner Haie