Interview mit Christoph Ullmann

Ebenfalls neu im Team der Kölner Haie ist Stürmer Christoph Ullmann (25). Na ja, so ganz neu nun auch wieder nicht…schließlich wechselte er 2003 von Köln zum Ligakonkurrenten Adler Mannheim.

Deine momentane Stimmung?

Gut.

(Ok, das muss ich jetzt mal glauben, obwohl der Gesichtsausdruck eigentlich etwas Anderes sagt…)

Wie ist das, Köln 2008?

Fast alles wie früher oder eher fremd?

Vieles wie früher.

Neu ist natürlich das mannschaftliche Umfeld. Dies ist eigentlich der Hauptaspekt, der mich nach Köln gezogen hat. Neu sind vor allem auch die taktische Umstellung, die Spielzüge, das Spielsystem, das alles ist im Moment noch im Lernprozess.

(Hört sich ganz gut an….für einen ehemaligen Mannheimer… ;-))

Stört es Dich, wenn Dich Frauen als gut aussehend bezeichnen?

Nein!

(Also unter Minderwertigkeitskomplexen leidet er offensichtlich nicht)

Mit wem würdest Du gerne mal für einen Tag tauschen?

Marc „Magic“ Müller.

(Na, Du würdest Dich wundern…wobei sich hier auch die Frage nach dem Warum stellt, weil Magic so vielseitig ist, oder weil er so beliebt ist…?)

Mal einen Tanzkurs besucht?

Ja.

Erfolgreich?

Nein.

(Keine Miene verzogen, Respekt!)

Dein schönstes Erlebnis in Mannheim?

Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Warum ist Mannheim als Verein so unbeliebt?

Das kann ich nicht nachvollziehen.

(Ach komm schon…finanzieller Background und Erfolg rufen doch immer Neider hervor.

Aber gut…man sieht sich immer zweimal…)

Bevorzugtes Urlaubs-Reiseziel?

Portugal.

Was geht in Dir vor (wenn gegnerische Fans brüllen, pfeifen, Dich beleidigen?

In einer gewissen Art und Weise ist das für mich Ansporn.

Lieblingsessen?

Putenschnitzel im Cornflakesmantel paniert.

Beste Kölsche Spezialität?

Himmel un Äd.

(Das kam spontan und perfekt ausgesprochen, nochmals Respekt)

Was macht Dich zu einem guten Autofahrer?

Meine Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer.

Worin liegen Deine Schwächen beim Autofahren?

In der Ungeduld – vor allem im Kölner Straßenverkehr mit dem speziellen Ampelsystem.

(Früher losfahren kann gelegentlich hilfreich sein)

Auf welches Ritual kannst Du nicht verzichten?

Auf den morgendlichen Kaffee.

(ein wichtiger Sympathiepunkt)

Wie äußert sich Deine schlechte Laune?

Durch Ungesprächigkeit.

(zweiter Sympathiepunkt)

Was bringt Dich auf die Palme?

Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit.

Was tust Du, wenn Du wieder Deutscher Meister wirst?

Genau so ausgelassen feiern wie beim letzten Mal.

(Jetzt würde ich gerne schreiben, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Feiern dann in einem schöneren Umfeld stattfindet, relativ hoch ist…)

Dein Vorbild auf dem Eis?

Jochen Hecht.

Warum?

Menschlich ein Top-Typ und spielerisch Extraklasse – er spielt nicht umsonst in der NHL.

Man hört ja viel von Trash-talk im Eishockey. Wer in der Liga hat’s am besten drauf?

(Überlegt kurz) … Jeff Shantz.

Welchen Spruch fandest Du am besten/schlimmsten?

Das möchte ich hier nicht wiedergeben (lacht)

(An dieser Stelle hat er mich überrascht…er hat tatsächlich gelacht)

Deine größte Stärke im Spiel?

Intuition.

Hast Du einen Spitznamen?

Ulli.

Bestes Fach in der Schule?

Mathe.

Schlechtestes?

Deutsch.

Ich sag Dir Länder an, Du sagst mir was Typisches über den Eishockeystil:

Schweden?

Läuferisch sehr stark.

Russland?

In allen Belangen top.

Schweiz?

Sehr spielstark.

Deutschland?

Lebt vom Kampf.

Größter Spaßvogel in Kabine bis jetzt?

Freiwillig oder unfreiwillig Torsten Ankert.

Größter Schweiger?

Daniel Rudslätt, was aber auch daran liegt, dass er in den letzten Tagen nicht dabei war.

Du bist Manager beim KEC, der Sponsor spendiert Dir einen Spieler: Wen holst Du zu den Haien?

Mirko Lüdemann, um jeden Preis.

(Womit auch von kompetenter Seite mal wieder dokumentiert wurde, wer der beste Verteidiger in der Liga ist.)

Beschreib mal, wie stellt man sich auf die andere Spieltaktik bei einem neuen Verein ein? Was musst Du beim KEC anders machen als bei den Adlern?

Für mich persönlich heißt das, einfach das Spielsystem verinnerlichen und versuchen, es bestmöglich umzusetzen. Wenn die vier Mitspieler auf dem Eis dasselbe tun, dann funktioniert das Spielsystem. Sowohl in Mannheim als auch in Köln.

Was zeichnet einen guten Eishockeyspieler aus?

Sich auf jede – positive wie auch schlechte – Gegebenheit perfekt einzustellen.

Wayne Gretzky hat mal gesagt: „Die Schüsse, die Du nicht nimmst, verpasst Du zu einhundert Prozent.“ Was bist Du für ein Typ – immer drauf oder besser noch mal abgeben?

Ein schlechter Schuss ist unter Umständen besser als ein guter Pass.

Was würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein gutes Buch.

Dein größter Wunsch?

Gesundheit.

Gesundheit wünschen wir Dir natürlich auch. Und eine erfolgreiche Zeit in Köln, Christoph Ullmann!

Adelheid Dettmann

Fotos: Jürgen Peters