Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

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prouipesse
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Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von prouipesse »

Hallo zusammen,

Oft hört man von Doping im Radsport, in der Leichtathletik oder im Fußball – aber wie sieht es eigentlich im Eishockey aus?
Dieser Sport ist extrem intensiv, körperlich anspruchsvoll und verlangt viel Ausdauer. Trotzdem hört man kaum von Dopingfällen in diesem Bereich.

Liegt das daran, dass die Kontrollen diskreter sind? Oder dass das Problem tatsächlich weniger verbreitet ist?
Oder gibt es vielleicht einfach Substanzen, die unter dem Radar bleiben?

Mich würde eure Meinung dazu interessieren:
Glaubt ihr, dass es auch im Eishockey Doping gibt, man aber lieber nicht darüber spricht?
Quak
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Quak »

prouipesse hat geschrieben: 12.10.2025, 08:48 Mich würde eure Meinung dazu interessieren:
Glaubt ihr, dass es auch im Eishockey Doping gibt, man aber lieber nicht darüber spricht?
Natürlich gibt es das. Es geht hier um Geld und auch um Menschen die Erfolg im Wettbewerb suchen und da wird es auch immer Menschen geben, für die eine Abkürzung attraktiv ist. Die Frage ist zudem wo fängt Doping an? Das zB Anabolika o.ä. genommen werden glaube ich nicht, aber je nach Interpretation kann man zB auch Schmerzmittel drunter zählen. Die führen ja dazu, dass ich Leistung erbringen kann, die ich ohne nicht erbringen kann, weil mich Muskelkater oder Verletzungen einschränken. Die fallen aber teilweise nicht unter WADA Beschränkungen. Cannabis aber ja schon.
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Sharkai »

Also ich glaube das ist vor allem in der NHL Thema. Was da junge Spieler teilweise für Sprünge machen in Sachen Muskelaufbau ist schon heftig. Auch mit welchen Verletzungen da gerade in den Playoffs weitergespielt wird ist unmenschlich. Kann mir schwer vorstellen, dass das immer 100% astrein läuft, aber manche Dinge will man auch nicht so genau wissen um die Illusion aufrecht zu erhalten.


Gab doch mal Ärger um Nick Bäckström von Washington wegen irgendeinem Mittel. Glaube dem wurde damals ne Olympia-Silbermedaille mit Schweden aberkannt, mittlerweile aber doch wieder zugesprochen?!

Ich weiß es nicht mehr genau, aber irgendwas war da nach nem internationalen Turnier. Lag aber auch nur an der unterschiedlichen Regulierung von NHL und IIHF. Allein daran sieht man schon, dass Doping wahrscheinlich Auslegungssache ist vom Verband...
the boss
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von the boss »

Natürlich gibt es das.
Das Ding ist bei allem aber auch, dass du im Eishockey einfach deutlich schlechter "sinnvoll" dopen kannst, weil die Sportart extremst vielseitig und technisch ist.
Natürlich kannst du dann einzelne skills dopen aber alles in allem ist es deutlich deutlich schwerer hier zielgerichtet eine Leistungssteigerung zu erzielen als in reinen Ausdauersportarten wie Radfahren oder auch Gewichtheben etc
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Tatanka »

Es ist einfach zu kurz gedacht Doping auf Muskelaufbau oder Ausdauer zu beschränken.
Doping hilft dir auch bei Regeneration, was vor allem mit Blick auf den Spielplan äußerst sinnvoll erscheint.
Ebenso hilft es da bei den angesprochenen "Skills". Bei kürzerer Regeneration kannst du vor allem deine Trainingsumfänge erhöhen, was dir wiederum ermöglicht deine Fähigkeiten zu verbessern und so Vorteile verschafft, nicht nur im Wettkampf, sondern auch deinen persönlichen Marktwert betreffend. Verlockungen gibt es viele.

Das Thema "Schmerzmittel" wurde ja schon erwähnt und hier ist die Grenze sehr verwaschen.
Verschaffst du dir einen Vorteil, wenn du so spielen kannst, obwohl du es ohne gar nicht könntest?
Steckst du so die Belastungen im Spiel ganz anders weg und agierst dementsprechend auch ganz anders?
Und hier ist die Gedankenspirale erst am Beginn!

Allerdings sollte man sich eines immer bewußt sein: die Methoden des Doping sind denen der Nachweisbarkeit mindestens zwei Schritte voraus!
Wenn sich heute noch jemand erwischen läßt, muß er schon nachlässig gehandelt haben oder ein Missverständnis der Regularien vorliegen.

Übrigens ist es nicht so, daß im Eishockey niemand erwischt wird. Der Fall Seidenberg ist nicht lange her.
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Joe Montana »

Nicht zu vergessen, "legales" dopen, weil du Mittel medizinisch brauchst.
Als Beispiel seien hier Radfahrer genannt.
Ca. 90% von denen sind Asthmatiker und dürfen dadurch Asthmamittel legal nehmen.
Ein Schelm der böses dabei denkt......
Nicht das Dorf ist der Gegner, sondern die Quadratestadt.
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Tatanka »

Interessant fand ich auch mal ein Zahlenbeispiel für EPO. Da liegt der Verbrauch um 80% über dem Bedarf, den man eigentlich für alle Patienten benötigen würde. :roll:
Allerdings finde ich sowohl die Empörung, als auch die Berichterstattung über das Thema Doping mit der gesellschaftlich typischen Doppelmoral versehen.
Am meisten wird nämlich da gedopt, wo gar nicht kontrolliert wird: im Amateursport.
Da wird kein Geld verdient und nur deshalb interessiert das keine Sau. Auch die sonst so moralisch angeführte Sorge um "die Gesundheit der Sportler" ist da plötzlich irrelevant.
Die sind dann "alt genug und wissen was sie tun".
Ach ja und "Doping" im Berufsleben oder Studium fliegt gesellschaftlich ganz weit unter dem Radar. Das läuft dann unter Pflichterfüllung. :mrgreen:
prouipesse
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von prouipesse »

Quak hat geschrieben: 12.10.2025, 09:57
prouipesse hat geschrieben: 12.10.2025, 08:48 Mich würde eure Meinung dazu interessieren:
Glaubt ihr, dass es auch im Eishockey Doping gibt, man aber lieber nicht darüber spricht?
Natürlich gibt es das. Es geht hier um Geld und auch um Menschen die Erfolg im Wettbewerb suchen und da wird es auch immer Menschen geben, für die eine Abkürzung attraktiv ist. Die Frage ist zudem wo fängt Doping an? Das zB Anabolika o.ä. genommen werden glaube ich nicht, aber je nach Interpretation kann man zB auch Schmerzmittel drunter zählen. Die führen ja dazu, dass ich Leistung erbringen kann, die ich ohne nicht erbringen kann, weil mich Muskelkater oder Verletzungen einschränken. Die fallen aber teilweise nicht unter WADA Beschränkungen. Cannabis aber ja schon.
Du hast recht, die Grenze ist ziemlich verschwommen.
Doping ist oft eine Frage von Absicht und Maß: Will man sich behandeln, um überhaupt trainieren zu können, oder will man künstlich seine Leistung steigern?
Schmerzmittel zum Beispiel helfen, den Schmerz zu ertragen, aber sie „boosten“ die körperliche Leistungsfähigkeit nicht direkt – im Gegensatz zu Steroiden.
Deshalb zieht die WADA eine (manchmal umstrittene) Linie zwischen dem, was therapeutisch ist, und dem, was als Leistungssteigerung gilt.
Das Beispiel Cannabis etwa im Zusammenhang mit Cali Weed Cannabissamen zeigt diese Zweideutigkeit sehr gut.
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Tatanka »

prouipesse hat geschrieben: 15.10.2025, 11:03 ...
Doping ist oft eine Frage von Absicht und Maß: Will man sich behandeln, um überhaupt trainieren zu können, oder will man künstlich seine Leistung steigern?
Schmerzmittel zum Beispiel helfen, den Schmerz zu ertragen, aber sie „boosten“ die körperliche Leistungsfähigkeit nicht direkt – im Gegensatz zu Steroiden.
...
Das Thema Doping ist aber doch um ein Vielfaches komplexer, als hier von dir beschrieben!
Schau dir mal eine Liste der verbotenen Substanzen an. Da stehen Mittel drauf, die keinerlei die Leistung steigernde Wirkung haben!
Die stehen aber auf der Liste, weil diese Doping verschleiernde Möglichkeiten bieten.
Und was ist denn eigentlich "künstlich", was "natürlich" und unter was fällt dann eigentlich "Eigenblutdoping"?
Fällt Koffein eigentlich unter "natürliches" Doping? Steht mit einem bestimmten Grenzwert auf der Liste!
Ich merke ein paar große Tassen Kaffee auf Arbeit sofort, wenn ich zum Feierabend auf mein Rad steige. Starker Schwarztee funktioniert auch wunderbar.
Und wie verhält es sich mit Mitteln, die zwar im Training erlaubt sind, nicht aber im Wettkampf?
Wer sich mit diesem Thema tiefgreifender beschäftigt, wird schnell feststellen, daß eine klare Grenzziehung eigentlich unmöglich ist!
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Balu »

Tatanka hat geschrieben: 15.10.2025, 08:34 Am meisten wird nämlich da gedopt, wo gar nicht kontrolliert wird: im Amateursport.
Da wird kein Geld verdient und nur deshalb interessiert das keine Sau. Auch die sonst so moralisch angeführte Sorge um "die Gesundheit der Sportler" ist da plötzlich irrelevant.
Die sind dann "alt genug und wissen was sie tun".
Ich vermute mal, dass viele Amateursportler auch gar nicht wissen, dass sie dopen. Unter die verschleiernden Mittel fallen z.B. fast alle entwässernden Medikamente, die zusätzlich zu vielen Medikamentierungen genommen werden müssen.
In Konzentrationssportarten, in denen es zumindest im Amateurbereich weniger auf die körperliche Fitness ankommt und die deshalb bis ins hohe Alter aktiv ausgeführt werden können, stehen z.B. Betablocker auf der Dopingliste. Da darf auch keine Kontrolle im nächsten Schießsportverein durchgeführt werden ;)
Tatanka
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Re: Doping im Eishockey – ein noch immer tabuisiertes Thema?

Beitrag von Tatanka »

Ne, ne, ich meinte schon ganz bewußtes Doping im Amateursport.
Im Kraftsportbereich ist das seit Jahren belegt und das ganz ohne Wettkampf. Da geht es einzig um des Bedürfnis nach "Selbstoptimierung".
Ebenso bei Amateurwettkämpfen wie Jedermannrennen, Stadtläufen, Triathlon etc.
Da geht es meist halt um gesellschaftliche Anerkennung im Freundes- und Bekanntenkreis oder unter Mitsportlern.
Und das kümmert wirklich niemanden, wenn das Thema überhaupt im Bewußtsein der Öffentlichkeit auf dem Schirm vorhanden ist.
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