Der Blick zurück und der Blick nach vorn.

Im Büro des Chefs: Diskussionen rund um den Verein und die Fans. incl. Gerüchteküche

Der Blick zurück und der Blick nach vorn.

Beitragvon Eismurmel » Di 18. Apr 2017, 15:55

Nach dem letzten Spiel der Saison finde ich es an der Zeit, auch mit genügend zeitlichem Abstand zum Ausscheiden der Haie, sich noch einmal kritisch mit der vergangenen Saison zu beschäftigen und auch einen Ausblick auf die kommende Saison zu wagen.
Ich bin der Meinung, dass die Aussage, dass nur die Playoffs wichtig sind, den Haien das Genick gebrochen hat. Die Auftritte in der Saison waren daher selten voll motiviert, oft pomadig und häufig lustlos. Das kann ich jetzt, nach Ende der Saison und dem nötigen Abstand, beruhigt schreiben, auch wenn es meine Aussagen während der Saison kontrakariert. Aber Analyse braucht Zeit.
Clouston muss es jetzt gelingen, eine Teamidentität und -mentalität zu schaffen, in der jeder Beteiligte in der Gummersbacher Straße, von der A ufsicht bis zum Zeugwart nur ein Ziel kennen: Das beste Team der Liga zu sein und jeden zu schlagen. Nicht das Erreichen der Playoffs darf das Ziel sein, sondern Platz 1. Und das von Anfang an. Dann passiert es nicht wieder, dass PS vom Hauptrundenziel CHL spricht und die Männer, die das schaffen sollen dieses Ziel garnicht verinnerlicht haben.
Der Umgang mit der "Causa Hager" hat gezeigt, dass an der Aussendarstellung der Haie gearbeitet werden muss. Das bedeutet keinen "Maulkorb" für irgendjemanden, aber einen etwas distanzierterer Umgang mit den Medien. Ein Verein kann nur mit einer Stimme sprechen, und das sollte eigentlich der Pressesprecher sein (wenn das in Kölle überhaupt möglich ist).

Der Vertrag von Torsten Ankert wurde aufgelöst, was ich persönlich sehr schade finde. Für ihn hoffe ich, dass er einen Verein findet, in dem er wieder zu den Top 6 Verteidigern gehört. Hoffentlich kann Zerressen an die Leistung der letzten Saison anknüpfen.

Noch 5 Monate bis Saisonbeginn.
"When I came to the DEL everyone said welcome to the German Show. I didn't know they meant German Referee Show"
— Brandon Prust April 4, 2017
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Re: Der Blick zurück und der Blick nach vorn.

Beitragvon Quak » Di 18. Apr 2017, 18:38

So wie das Aus gelaufen ist, fällt es einem (also mir jedenfalls) schwer das positive zu sehen. Aber das ist natürlich quatsch.

Im Tor waren wir die ganze Saison über Top aufgestellt und solange Gustav Wesslau fit brauchen wir uns da auch nächste Saison wenig Gedanken zu machen. Der Typ ist einfach Top und für mich der beste Torhüter der Liga. Er hat gezeigt das er die 52 Spiele machen kann, aber leider auch musste da man dem Backup scheinbar nicht ausreichend vertraut hat. Ob DD sich im Training so schlecht präsentiert hat oder woran es lagt, werden wir wohl nie Erfahren. Vielleicht hatte DD auch einfach Pech und es lag daran das CCC keine Rotation mag. Die Frage die sich hier stellt. Will Dainar Dschunussow sich das noch ein Jahr antuen? Geht er von sich aus? Und wenn ja, wer macht dann den Backup? Ich fände die Idee garnicht so schlecht sich mal ein Talent hinter GW heranzuziehen, nur müsste man dem halt auch mal ab und zu Spielpraxis geben.

Verteidigung: Ich denke auch hier waren und sind wir Top aufgestellt. Sulzer gefiel mir dieses Jahr viel besser ( auch weil er öfters da war). Leider ist er durch die Jahre davor so in Misskredit geraten, das die Leute ihm immer noch gefühlt alles schlechte gönnen... Meiner Meinung nach hätte man ihm auch viel mehr Verantwortung im PP geben müssen, das Potenzial dazu hat er. Ehrhoff war okay bis jetzt, das reicht aber hier niemanden und wird auch ihm nicht reichen. Ja er hat viel Eiszeit gerade auch im PP bekommen und das nicht immer gerechtfertigt. Zwischendurch haperte es auch bei ihm ordentlich. Lalonde ist halt der Wahnsinn in alle Richtungen, kann viele Tore machen, aber kann auch ganz viel anderes eher dummes machen. Jedoch wäre es ohne ihn wohl fast ein Sweep gegen uns geworden.Zerressen hat einen mega Sprung gemacht, das finde ich echt Klasse. Auch wenn es gegen Ende ein bisschen Abgeflacht wurde und auch Potter war stark und hatte sicher an den Anteil an PZ entwicklung. Alles im allem waren und sind wir gut aufgestellt in der Verteidigung und das ist auch sicher nicht unsere Baustelle. Gerade wenn man sieht wieviele knappe Führungen wir über die Zeit gebracht haben, dann lief da schon was Richtig. Nur an Wesslau wird das auch nicht gelegen haben.

Sturm: Tjoa... Wir haben viele Spieler die super für die Reihen 3 & 4 geeignet sind, nur leider als Scorende Reihe nur JoHaGo. Beziehungsweise im VF dann gar keine Stürmer mehr die Tore geschossen haben. Das ist ohne Frage Baustelle Nummer eins. Wir brauchen mehr Spieler die Tore machen können. Wenn der einzige Scorende Spieler in den Playoffs ein Verteidiger ist, dann hast du ein fettes Problem. Wenn Hager jetzt noch weg fällt, dann sehe ich da ein noch größeres Fragezeichen. Letztendes interessiert es keinen wenn du ein "couple of chances" kreiert hast oder gegen ein "well prepared" Team oder "against a good Goaltender" gespielt hast. Wenn die Mannschaft die ganze Saison keine Tore schießt und sich dies dann in den Playoffs noch potenziert, dann ist das ein Problem der Mannschaft und liegt nicht an den Gegnern. Und Chancen sind halt keine Tore, sondern nur ne schöne Statistik womit du dir nach der Serie höchstens den Hintern mit abwischen kannst.

Man sagt ja gerne Teams die verlieren nach, dass sie keinen Charakter haben oder nicht gekämpft haben. Nur diese Saison war es schon massiv auffällig, dass man gerade wenn noch mit niedrigem Rückstand ins letzte Drittel gegangen ist, da mal so gar nichts vom KEC kam.
Lag das daran dass, man wirklich nicht gewillt war alles zu geben und wenigstens zu versuchen enge Spiele zu drehen oder hatte man einfach nicht Mittel um noch genug Offensive im letzten Drittel zu kreieren ? Die Aussagen des Coaches (nur die Playoffs zählen blabla) lassen leider auf ersteres schließen. Wenn dann war diese Einstellung auf jeden Fall fatal und hat uns einiges gekostet.

Taktisch fand ich es diese Saison auch recht enttäuschend, für viele Dinge gab es nur einen Plan A und wenn der nicht funktionierte gab es nichts. Das fing bei unseren Powerplay an (Puck zu Ehrhoff & Pass auf Lalonde). War aber auch bei 5 gegen 5 ein Problem. Einzig unsere Unterzahl war in der Hauptrunde sehr gut. Das Ganze ist uns dann spätestens gegen Pavel um die Ohren gefolgen. Da muss sich der unser Trainer einfach Cleverer und flexibler anstellen und so aussagen wie nur die Playoffs zählen und sowas steckt er sich am besten ganz Tief irgendwo rein. Das ist die 2. große Baustelle. Da CC bleibt, hoffe ich einfach, dass er zu den Menschen gehört die über Selbstreflexion verfügen und das es sowohl im Auftreten der Mannschaft bei Spielen als auch Taktisch deutlich besser läuft. Denn Spiele im Kopf und an der Taktiktafel zu verlieren macht niemanden Spaß und macht mich sehr sehr sauer. Ich hatte sogar das Gefühl jeder Doof kann sich unser Spielsystem an der Playstation aus denken überspitzt formuliert.

Wie du sagst noch 5 Monate und ich hoffe das ich bis dahin meinen Glauben an das Team wiederhergestellt habe.
Nerve Behale!
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Re: Der Blick zurück und der Blick nach vorn.

Beitragvon King of Tripping » Mi 19. Apr 2017, 10:17

Ich habe gar keine Lust mich lange mit der Vergangenheit zu befassen.

Das meiste ist hier im Forum eh schon angemerkt und gesagt worden.

Mit der Reduzierung von Herrn Schönberger auf die Funktion als Gesellschafter ist - glaube ich -
ein gutes Zeichen gesetzt worden.

Ich würde mir nun noch recht zeitnah eine Information wünschen, ob Patrik Hager in der kommenden
Spielzeit für uns auflaufen wird.

Bei Marcel Ohmann rechne ich mit dem Abgang sowie auch bei Travis Turnbull.
Letzterer hatte natürlich eine schwache Saison, wohl in erster Linie verletzungsbedingt.
Zu den Play-Offs hin konnte er sich steigern.
Ich hoffe, dass wir mit dieser Personalie keinen Fehler begehen.

Bei Ankert ist dieser Fehler ebenso wie bei Salmonsson - aus meiner Sicht - schon begangen worden.
Schade !

Byers kann ich nix vorwerfen, aber irgendwie war er doch auf seiner Position im Team spielerisch zu limitiert.
Insofern kann man diesen Abgang zwar auch bedauern, aber vielleicht findet man doch einen Spieler, der
hier etwas besser passt.

Klar ist, Clouston und Mahon werden von Anfang an unter einem gewissen Druck stehen.
Die Neuzugänge sollten schon recht gut passen, sonst wird es eng für die beiden.

Noch wichtiger für mich:
Clouston muss es diesmal gelingen aus der Mannschaft im Laufe der Saison einen verschworenen Haufen zu formen,
in dem jeder mal bereit ist, zurückzustecken, mal einen Check für einen Mitspieler zu nehmen und eventuell
entstehende Lücken zuzulaufen.
Und man muss endlich Emotionen auf das Eis bringen. Das fehlte leider sehr oft in der abgelaufenen Saison.
Es muss wieder Leidenschaft sichtbar werden. - Wie sagte noch ein ehemaliger Kölner Coach auch bekannt als "Die Axt von Manitoba":
"We need passion." Davon fehlte eine ganze Menge.
Die Derbys müssen wieder wichtig werden und sind eben kein "Spiel wie jedes andere" und da muss jeder wissen,
dass es eben doch um mehr als nur um 3 Punkte geht.

Ausserdem sollte man doch während der Vorrunde auch jedem Spieler mal Einsatzzeiten geben, auch den Nachwuchsspielern.
Gelegenheiten durch Sperren und Verletzungen ergeben sich ja regelmässig.
Denn erstens brauchen die Spieler natürlich alle eine Perspektive und hätten dann, zweitens, wenn's in die crunsh-time geht
auch Spielpraxis gesammelt.
Das funktioniert aber nur dann, wenn man den Spielern auch das Vertrauen gibt.
Ich bin mal gespannt, ob Clouston dazu bereit sein wird.
Falls nicht, sollte man den Kader vielleicht besser verkleinern.

Soweit jedenfalls die schöne Theorie.
WIr werden sehen, was die Praxis bringt.

Jedenfalls sollte man erstmal bei der Frage nach den Saisonzielen auf das, welches mit dem "M"-Wort beschrieben wird, bewusst verzichten
und erstmal kleinere Brötchen backen.
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Re: Der Blick zurück und der Blick nach vorn.

Beitragvon Man.U » Mi 19. Apr 2017, 13:45

King of Tripping hat geschrieben:
Mi 19. Apr 2017, 10:17
Bei Marcel Ohmann rechne ich mit dem Abgang sowie auch bei Travis Turnbull.
Letzterer hatte natürlich eine schwache Saison, wohl in erster Linie verletzungsbedingt.
Zu den Play-Offs hin konnte er sich steigern.
Ich hoffe, dass wir mit dieser Personalie keinen Fehler begehen.
Turnbull wird in der Pressemeldung zu Ankert gestern schon nicht mehr im Kader für nächste Saison aufgeführt. Die Sache ist also auch offiziell durch - ihn wird man nicht mehr wiedersehen.

Edit: Sorry, schon in der Pressemeldung vom 23.03. wurde natürlich mitgeteilt, dass in Zukunft ohne Turnbull geplant wird. :oops:
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