Kalispera alle miteinander!
Kissi und ich sind wieder zurück! Nicht nur vom Mini-Logentreffen, sondern auch von der ganzen Reise! Und im Gegensatz zur Anreise verlief die Abreise auch ohne jegliche Komplikationen. Beim Hinflug sind wir erst mal verspätet in Frankfurt abgeflogen, dann kreisten wir Runde um Runde über Kos und der Pilot sagte uns, dass es zu einem Engpass käme und wir erst drei weitere Flugzeuge landen lassen müssten, bevor wir dran wären. Also kreisten wir weiter und genossen halt solange die Aussicht auf die Lichter von Kos. Plötzlich kam dann die Durchsage, wir müssten leider einen Abstecher nach Rhodos machen, weil der Nebel über Kos so dicht geworden wäre, dass wir nicht mehr landen könnten. Eine Maschine vor uns hätte auch schon durchstarten müssen. NEBEL? Von oben hatte alles ziemlich klar ausgesehen. Aber wir sind ja keine Piloten. Gut, ging es halt nach Rhodos.
Dort ließ man uns landen und stundenlang auf dem Rollfeld im Flugzeug sitzen. Die Crew wusste auch nix, gab aber immerhin irgendwann Getränke aus. Dann hieß es, alle müssten von Bord. Okay, wir wurden also mit Bussen zum Flughafengebäude gekarrt, schnell reingescheucht und bekamen noch alle eine lila Plastikkarte, auf der irgendwas von Boarding stand, in die Hand gedrückt. Außerdem konnten wir noch sehen, dass unser Gepäck entladen wurde. Wir irrten etwas planlos herum und suchten nach Hinweisen auf Gepäckbänder. Nix. Irgendwann rafften wir dann langsam, dass wir uns nur ein einem Abflugbereich befanden. Überall saßen Menschen mit müden und verzweifelten Gesichtern und ihrem Handgepäck herum, und wir fingen an, uns mit dem Gedanken anzufreunden, den Rest der Nacht ebenfalls so auf diesem Flughafen zu verbringen. Also beendeten wir unseren Erkundungsgang und begaben uns zurück zu dem Gate, aus dem wir gekommen waren. Gerade dort angekommen, kam plötzlich eine Durchsage, dass wir alle zurück an Bord mussten. Unser Gepäck wurde ebenfalls wieder eingeladen. Die Crew begrüßte uns wie alte Bekannte, und der Pilot verriet uns, dass es auf Rhodos keine Hotelzimmer mehr für uns geben würde, aber auf Kreta sähe die Situation besser aus.
Also ging es ab nach Kreta. Dort bekamen wir die Info, dass man freie Hotels für uns gefunden hätte, und wir sollten uns an einer bestimmten Stelle sammeln. Das taten wir. Da standen dann TUI-Mitarbeiterinnen, die uns nach dem Motto "Frauen und Kinder zuerst" auf die Busse aufteilten. Also erst Familien mit vielen Kindern, dann die kleineren Familien und irgendwann durften auch Küssi und ich in einen Bus mit einsteigen. Der Fahrer kurvte kreuz und quer durch Heraklion und hielt irgendwann in einer Seitenstraße, zeigte aus dem Fenster und sagte: "Hotel!" Ja, stand auch dran. Also alle raus aus dem Bus, die Koffer geschnappt und in die Hotellobby. An der Rezeption stand ein Mann mit tellergroßen Augen, der leider noch gar nicht über unser Erscheinen informiert war. Aber zum Glück hatte er Zimmer frei. Der Bus war eh schon wieder weg. Es war mittlerweile 4 Uhr morgens irgendwann waren wir auch mal an der Reihe und Küssi und ich bekamen ein Zimmer, das nicht viel größer war als das Doppelbett, und das Fenster ging zu einem Schacht raus. Na ja, es waren eh nur noch etwas mehr als 2 Stunden zu überbrücken, bis wir wieder an der Rezeption startklar bereitstehen sollten, damit wir sofort abfahrbereit wären, wenn es weitergehen sollte. Aber niemand konnte uns beim Frühstück irgendwas sagen. Wir saßen nun also alle untätig herum und warteten. Netterweise bemühten sich die Leute vom Hotel um Informationen, aber erst gegen 11 Uhr morgens kam die Nachricht, dass wir nachts um 0 Uhr wieder abgeholt würden. Erst mal waren wir alle mächtig sauer, aber dann haben wir halt das Beste draus gemacht. Küssi und ich sahen uns in Heraklion um, und wir trafen auf ein Paar mit kleiner Tochter, die wir schon im Flieger gesehen hatten. Wir kamen ins Gespräch, und es stellte sich heraus, dass die drei auf Kos im selben Hotel wie die Südwesters sein würden.

Beim gemeinsamen Essen spannen wir Ideen, wie wir die Südwesters direkt im Hotel überraschen könnten, aber erst mal war es wichtiger, dass wir alle nach Kos kämen!
Tatsächlich aber ging es nachts um Punkt Zwölf mit dem Bus zum Flughafen, und da alle anderen Busse ebenfalls sehr rasch eingetroffen waren und wir früher als geplant im Flieger saßen, bekamen wir eine frühere Starterlaubnis und 30 Minuten nach dem Abheben landeten wir auf Kos. Kurz vor 4 Uhr hielt der Shuttlebus vor der Hotelanlage der Südwester, und Küssi und ich zogen ganz kurz in Erwägung ein gepfeffertes Schalalala von uns zu geben, auf dass Herr Südwester senkrecht im Bett gesessen hätte. Aber wir sind ja gut erzogen und waren still.

Vielleicht waren wir auch einfach nur viel zu müde... Als wir aber endlich in unserem Hotel eingecheckt hatten und im Zimmer war, kamen bei Küssi noch mal alle Lebensgeister zurück. Als sie entdeckte, dass unser Balkon Meerblick hatte, tanzte sie fröhlich im Zimmer umher.

Und ab da hatten wir dann so RICHTIG Urlaub und konnten uns herrlich erholen!
Der Tag mit den Südwesters war auch einfach nur schön. Am Asklepion haben die Grillen dermaßen laut gezirpt, dass wir nun genau wissen, wie sich die US-Boys bei der WM auf Schalke gefühlt haben müssen. Hammer, wie laut die waren.

Dann haben wir Steine gesehe, die belegen, dass die alten Griechen Lego erfunden haben müssen.

Und zum Abkühlen sind wir nachmittags zu einem eher leicht besuchten Strand an der Südküste gefahren, und da hätte man uns echt filmen müssen.

Frau Südwesthai hatte ihre Badesachen vergessen, und wir hatten sie überredet, sich in Kos Stadt noch schnell einen Bikini für 10 Euro mitzunehmen. Am Strand verschwand sie nun mit dem Bikini in der Umkleidebude und stand dann drin und jammerte, dass ihr Hintern zu groß für das Stück Stoff wäre und sie damit nicht aus der Bude rauskommen würde. Herr Südwesthai warf einen Blick darauf und versuchte seiner Frau zu erklären, dass ihr kleiner Popo durchaus bedeckt genug wäre. Im Endeffekt hingen Küssi, Südwester und ich alle drei mit den Köpfen im Türspalt und redeten auf Frau Südwester ein, dass sie keinesfalls zu unbekleidet wäre. Sie war mit ihrem nicht optimal sitzenden Bikinihöschen nämlich immer noch wesentlich besser bekleidet als die meisten anderen Frauen da, die sich die noch viel knapperen Höschen nämlich eigentlich gar nicht leisten konnten. Ich vermute trotzdem, dass dieser Bikini nicht mit nach Deutschland zurückreisen wird Ende dieser Woche.
Gestern bin ich dann von Frankfurt aus noch ins Sauerland gefahren und habe meine Eltern überrascht. Da gerade Kartoffelfest war, habe ich mitgefeiert und bin dann heute Nachmittag erst wieder gen Heimat aufgebrochen. Und jetzt bin ich vollkommen platt! Und in 8 Stunden geht der Wecker, weil ich morgen wieder ins Büro muss. Das kann ich mir noch gar nicht vorstellen. Aber ein Gutes hat Deutschland auch: mein Bad ist auch wirklich ein Bad und keine getarnte Sauna!

Selbst, wenn man sich in unserem Bad auf Kos nur die Zähne geputzt hatte, musste man danach im Zimmer erst mal eine Minute vor der Klimaanlage stehen, um wieder auf Normaltemperatur abzukühlen.

Dabei sind wir nach Kos geflogen, weil der Südwester uns gesagt hatte, dass es auf Kos nie allzu heiß wäre, weil dort IMMER ein kühler Wind weht. Einmal haben wir ein paar Stunden tatsächlich etwas Wind gehabt, aber abends war der schöne Spuk schon wieder vorbei. Wenn die Leute in unserem Hotel uns nicht bestätigt hätten, dass kein Wind ganz untypisch für Kos wären, hätten wir den Südwester glatt der Lüge bezichtigen müssen.
Südwester, wir haben Euch nicht gestalkt! Dazu hätten wir mit Annemarie das Hotel tauschen müssen.

Und warum macht Küssi dem Namen Hai alle Ehre? Die ist elegant wie ein Seeadler in die Fluten getaucht, wenn Du mich fragst! Und sollten wir je wieder alle an diesem Strand gemeinsam baden gehen, darfst DU als erster aus dem Wasser stapfen und wir lachen mal über Dich dabei!

Drück Deine Frau und die Schwiegereltern von mir!
Euch allen noch einen wunderschönen Abend!
Olga